"Ohnmächtige Berufung" und "Im Brennspiegel des Lichts"
Matinee mit der aus Lauingen stammenden Lyrikerin Elisabeth Spies
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Der erste Gedichtband „Ohnmächtige Berufung“ von Elisabeth Spies fand so viel Resonanz, dass bald eine zweite Sammlung lyrischer Texte folgen konnte. Unter dem Titel „Im Brennspiegel des Lichts“ erschien dieser Band wiederum im Eos-Verlag St. Ottilien.
Ein eher leidvolles Erlebnis wurde zum entscheidenden Impuls ihrer Kreativität. 1977 heiratete sie den katholischen Pfarrer Lorenz Spies, der 1987 verstarb. Die Gedichte in beiden Buchausgaben verdecken nicht den autobiographischen Hintergrund der ungewöhnlich schönen Sprachbilder. Die schmerzhaften Erfahrungen einer Frau an der Seite eines katholischen Priesters, der nach der Eheschließung exkommuniziert wurde, haben den freien Rhythmen dieser Gedichte eine melancholische Grundmelodie gegeben. „Du bist nicht mehr da / Du hast fortwandern müssen / hin zum Herrn“, heißt es in „Epiphanie“. Und das Gedicht „Sarzana“ drückt eine bittere Einsicht aus: „Nichts können wir zwingen / nur hinnehmen und warten / über den unabwendbaren Verlusten / reifendes Leben erfahren...“
In beiden Buchausgaben werden die aufgenommenen Gedichte in thematische Gruppen eingeteilt. Reiseeindrücke und Augenblickserlebnisse, die Wunder der Landschaft, vor allem aber die Erinnerung an die verlorene Gemeinsamkeit füllen die sensiblen Verse. Hier wird Lyrik nicht selten zur Waffe gegen die Einsamkeit.
Die Gedichte von Elisabeth Spies formulieren das Bewusstsein von der Herrlichkeit und dem Leid des Lebens auf so faszinierende Art, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer im Lauinger Rathausfestsaal sich nicht nur auf die Begegnung mit einer ganz ungewöhnlich begabten Dichterin freuen können, sondern beim Vortrag der Gedichte auch eigene Empfindungen entdecken werden.